Wir ankern in der Abrahamsbay von Mayaguana – der östlichsten Insel der Bahamas. Unserer ersten Bahamas-Insel.
Ein riesiger durch ein Riff geschützter Ankerplatz. Vier Segler als wir ankamen. Wir haben ähnlich schöne Ankerplätze besucht, da hat man vor lauter Ankerlichtern den Sternenhimmel kaum gesehen.




Ca. 200 Einwohner, ein paar dutzend Häuser, aber drei Kirchen. In der Seekarte heißt es nicht „Village“ geschweige denn „City“. Da steht: „Settlement“. Da steht aber auch „Port of Entrance“ – Fehler! Dazu später mehr.
Als also am Morgen unser Anker in den weißen weichen Sand fällt heißt es: Papiere einpacken, hübsch machen, Dinghi ins Wasser und los zum Einklarieren. An der Pier ein paar Fischer, ein paar Frauen, ein paar Autos. Wir fragen: „Wo ist die Immigration, eine Bank oder ein Geldautomat?“ (wir haben nicht eine Münze Bargeld dabei). Freundliches Lachen. „We have no bank and no ATM.“. Aber Tika fährt uns gerne sofort zum Büro für alles: Immigration, Custom (Zoll), Post, alles. Als sie uns absetzt, sagt sie: „Ich betreibe hier die einzige Bar, wenn ihr hier kein Geld bekommt, habt ihr zwei Bier bei mir frei!“

Zurück zur Immigration. Wir treffen da Persis. „Nein, Mayaguana ist kein Port of Entrance mehr für die Bahamas und eine Möglichkeit an Geld zu kommen gibt es hier auch nicht“ – aber: ein Anruf nach Deutschland, eine Überweisung auf Persis Konto und sie gibt uns Bahamian Dollars noch bevor sie den Geldeingang auf ihrem Konto sieht.
Wir sind nun seit ca. 2 Stunden auf Mayaguana und haben schon wieder so viel Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und eigentlich Selbstlosigkeit erfahren, dass es uns die Sprache verschlägt. Jedes Auto hupt und grüßt uns und jeder zweite fragt, ob wir einen Lift irgendwohin brauchen. Wir wurden in eine Bar eingeladen, uns wurde Geld gegeben und wir dürfen bleiben, obwohl wir noch nicht einklariert sind. Danke, Persis!
Am Abend kommen wir auf Tikas Einladung zurück und besuchen sie in ihrer Bar. Wir hören „I´m a boatman“ und lernen Smokey, einen Fischer, kennen. Fragt nicht, warum er Smokey heißt. Er will uns am nächsten Tag Fisch zum Schiff bringen und sich Santana angucken. Wir laden ihn spontan zum gemeinsamen kochen und essen ein.
Wir wollen den Fisch mit unserem letzten Bahamas-Dollar-Schein (von Persis) bezahlen. Er nimmt das Geld an. Schreibt seinen Namen darauf und gibt ihn uns zurück. „Never spend this money, it should be a memory. And never sell your ship.“
Mit Smokey reden wir viel über Freunde, Familie, Gesellschaft und Erziehung. Er erklärt uns, was er seinen 9 Kindern mitgegeben hat und für wichtig hält. „Important are three things: Wisdom, Knowledge and how to communicate with people.“
Wir sind sehr einverstanden.






