You are currently viewing Unterwegs mit den Sturmvögeln auf den französischen Antillen

Als wir uns vor bestimmt 1,5 Jahren mal ausdachten, dass doch meine Mama und Addi uns in der Karibik besuchen könnten, schwebten uns erholsame Strandtage, entdeckungsreiche Inseltouren und beschauliche Überfahrten von Martinique nach Dominika und weiter nach Gouadeloupe vor. Und so landeten Mama und Addi Mitte Januar endlich auf Martinique und das Abenteuer konnte beginnen. Dank Micheline, die uns mit vielen Infos und Ideen für die Inselentdeckung ausgestattet hatte, war unser Programm vielfältig, umfassend und abwechslungsreich. Wir erkundeten per Auto die vulkangeläuterte Hafenstadt St. Pierre, besuchten verschiedene Destillen, schnorchelten und badeten im türkisfarbenen Wasser und gehörten zu den ersten in diesem Jahr, die die Spitze des Vulkans Pelée ohne Wolken sehen konnten!

Der Montagne Pelée hat 1932 St. Pierre mitsamt der gesamten Bevölkerung unter Asche begraben

Unser Traum von vor 1,5 Jahren ging also voll auf! Bis auf einen Punkt: aus den beschaulichen Segeltrips von Insel zu Insel wurden wellige Starkwind-Törns mit bis zu 35 Knoten Wind. Eine Windstärke, die wir in den letzten 7 Monaten so gut wie nie erreicht haben. Nach der ersten welligen Überfahrt von Martinique nach Dominika, die Mama und Addi gut überstanden hatten, dachten wir dann: nun aber! Und wieder erwischte es uns! So stark, dass wir abfallen mussten und statt nach Marie Galante zu den Les Saints fuhren: kürzerer Trip und die Welle aus einer angenehmeren Richtung. Mamas Kommentar: „Wer weiß wofür es gut ist!“. Und Recht hat sie natürlich. Die Les Saints waren wunderschön und obwohl so ganz anders als Dominika, dennoch spannend und beeindruckend. Wir streiften zu Fuß über die Insel, genossen die kleinen Strandbars und die Aussicht auf das herrliche Ensemble der „Heiligeninseln“, die so benannt wurden, weil Christoph Kolumbus hier an Allerheiligen1493 anlegte. Was hier auffällig ist: es gibt keinen Zuckerrohr! Während Martinique und Goudeloupe – allen voran Marie Galante – von Zuckerrohrfeldern übersäht sind, fehlen hier einfach die Ackerflächen dafür. Zudem ist Süßwasser auf den Inseln knapp. Stattdessen gedeihen hier Kaffee, Pfeffer, Baumwolle und Bananen! Auch lecker! Dass die Vorfahren der Insulaner hauptsächlich Bretonen und Normannen sind, sieht man an der Haut-, Haar- und Augenfarbe der Einwohner: längst nicht alle blonden und blauäugigen Menschen, die uns hier begegnen sind somit Touristen, wie wir zuerst angenommen hatten.

Als wir Das Archipel Les Saints verlassen für die letzte Überfahrt nach Gouadeloupe, machen unsere beiden Sturmvögel ihrem Namen wieder alle Ehre: auch diese letzten gemeinsamen Meilen sind für alle bis auf das Schiff wieder eine Herausforderung. Aber auch diese meistern wir und vergessen die Strapazen am Abend in Point-a-Pitre schnell. Die pulsierende Hafenstadt empfängt uns mit viel Trommelmusik und so tanzen wir spontan mit anderen Franzosen auf dem Gewürzmarkt der Hauptstadt. Herrliche Stimmung!

Die Sturmvögel haben sich nun wieder nach Hause begeben – sicherlich noch etwas landkrank und mit Jetlag aber wie wir voll mit wunderbaren Erinnerungen, Erlebnissen und Begegnungen.

Les Saints

Point-a-pitre